Läuse in der Schule- Information für Lehrkräfte

    

Lausbefall kommt am häufigsten da vor, wo noch Köpfe zusammengesteckt werden: im Kindergarten und der Primarschule. Stress und Unruhe können dann entstehen. Zum Zentrum dieser Situation werden oft die Lehrkräfte! Um möglichst schnell Ruhe einkehren zu lassen und die Kinder vor einer weiteren Ausbreitung und nicht sachgemässer Behandlung zu schützen, ist es wichtig, dass die Eltern ausführlich informiert und auch instruiert werden. Probleme treten vor allem da auf, wo Verwirrung und Unklarheit herrschen.

Instruktionsmaterial und Vorträge für Schulen; Elternabende biete ich an.

Wenn in einer Klasse Unruhe wegen Kopfläusen herrscht, hat sich die folgende Checkliste bewährt. "Wunder-Rezepte" gibt es nicht. Ein verbesserter Umgang mit Kopflausbefall kann wohl in der Schule beginnen, aber die Umsetzung muss zu Hause in den Familien geschehen. "Information" und "Instruktion" sind sind die beiden Grundpfeiler- wo könnten diese besser verankert werden als in der Schule...!?

Gehen Sie die folgende Liste durch und entscheiden Sie, welche Punkte für die „lausige Situation“ in Ihrer Schule sinnvoll eingesetzt werden können:
 

  1. Um möglichst rasch die Situation zu beruhigen und die Kinder vor einer weiteren Ausbreitung und unsachgemässer Behandlung zu schützen, ist es wichtig, dass die Eltern rasch und gut informiert werden. Probleme treten vor allem da auf, wo Verwirrung und Unklarheit herrschen.

  2. Verteilen Sie an alle Eltern Merkblätter. Diese erhalten Sie in der Regel beim zuständigen gesundheitlichen Dienst (Schularzt, Kantonsarzt, Gesundheitsschwester…). Bemühen Sie sich um eine möglichst aktuelle Version! Informieren Sie sich selbst anhand der Merkblätter. Eine Ansprechperson sollte darauf unbedingt genannt werden.

  3. Sinnvolle Massnahmen innerhalb der Gruppe gibt es nicht. Kopfläuse werden praktisch ausschliesslich von Kopf zu Kopf übertragen, deshalb ist die Reinigung der Umgebung oder spezielle Massnahmen wegen dem sehr geringen Ansteckungsrisiko über spezielle Gegenstände nicht angebracht. Auch am Turn- und Schwimmunterricht kann teilgenommen werden. Lange Haare zusammen zu binden, vermindert das Risiko für Anstreckung und Verbreitung etwas. Vor eventuellen Klassenlagern ist eine individuelle Betreuung (Punkt 7) am hilfsreichsten.

  4. Behandeln Sie das Thema Läuse nach Möglichkeit auch mit den Kindern. Dies beugt der Ausgrenzung bestimmter Kinder vor, wirkt vorbeugend und hilft, Kopflausbefall sinnvoll in Schul- und Familienalltag zu integrieren.

  5. Ganz wichtig ist Elternbildung! Nur wenn die Eltern sich mit Kopfläusen auskennen, werden sie langfristig auch erfolgreich damit umgehen können. Ideal dafür sind Informations-veranstaltungen, Instruktionsmaterial (Filme, Präsentationen…) aber auch (wiederholte) Merk-blätter tun gute Dienste; vorausgesetzt sie sind gut verständlich und entsprechen dem aktuellen Wissen! Wichtig ist, dass kompetente Ansprechpersonen genannt werden!

  6. Klassenkontrollen durch Laustanten bringen Beruhigung und können die Mitarbeit von Eltern verbessern. Je korrekter (siehe "Untersuchung auf Kopflausbefall" und "Haarkontrolle") solche Untersuchungen durchgeführt werden, desto besser und dauerhafter ist das Resultat. Moderne Laustanten sind nicht nur für die Kontrolle zuständig, sondern auch für die Verbreitung von Information und Instruktion.

  7. Individuelle Betreuung von Befallenen durch kompetente Laustanten, Schulärzte, Hausärzte und andere, die sich gut mit Läusen auskennen sind wohl das erfolgreichste aber leider nicht kostengünstigste Mittel.

Es wäre ein grosser Fehler, wenn Eltern die Initiative von Schulen und ähnlichen Institutionen als Verantwortungsübernahme in Bezug auf Kopflausbefall ansehen. Kopflausbefall kann schlussendlich nur innerhalb der Familie erfolgreich entgegnet und vorgebeugt werden. Aber wo könnte dies besser aufgefädelt werden als in Schulen!

Sollen Kinder mit Läusen von der Schule ausgeschlossen werden? Auf der einen Seite hat sich gezeigt, dass durch diese Massnahme zu viele Kinder vom Unterricht ausgeschlossen werden; die Diagnose “Kopflausbefall“ wird oft übereilig gestellt! Auf der anderen Seite bleiben ansteckende Kinder unbemerkt in der Schule, da ein Befall oft erst nach Wochen oder gar Monaten entdeckt wird und sich also schon länger unbemerkt ausbreiten konnte. Auch werden durch einen Ausschluss einzelne Kinder stigmatisiert und die Situation beruhigt sich in keiner Weise. Dazu kommt, dass ein Befall wegen Läusen sich rasch summieren kann- was in keinem Verhältnis zum wohl lästigen aber harmlosen Problem "Läuse" steht. Schicken Sie betroffene Kinder also nicht nach Hause! Greifen Sie das Thema lieber auf, sprechen Sie wiederholt mit den Eltern und holen Sie Rat bei zuständigen Stellen.

Die Mithilfe von Schulen und ähnlichen Institutionen ist für den Umgang und die Bekämpfung von Kopflausbefall unentbehrlich- an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für das Engagement!
 

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08 Oct 06